Meine Meinung
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Zunehmender Fluglärm:
Das Aus für unsere schöne Naheregion mit ihren idyllischen Kurstädten?


Liebe Nachbarn und Mitbürger,

sicher haben Sie auch schon festgestellt, dass seit geraumer Zeit die Anzahl der Flugzeuge, die in immer geringerer Höhe über unsere Wohnorte Bad Münster am Stein-Ebernburg und Bad Kreuznach kreisen, sehr stark zugenommen hat. Die damit einhergehende ganz erhebliche Lärmbelastung macht mir Sorgen, weil die bisher hohe Lebensqualität in unserer Heimatregion dadurch mehr und mehr verloren geht.

Im Oktober 2011 wird die neue Landebahn Nordwest des Frankfurter Flughafens in Betrieb genommen.
Nach den vorgesehenen Flugroutenplanungen der Deutschen Flugsicherung werden dann genau über uns im Raum Bad Kreuznach, Bad Münster und Bad Sobernheim die Jets in wesentlich geringerer Flughöhe umdrehen und zum Landeanflug nach Frankfurt ansetzen. 
In dem Artikel "Der neue Frankfurter Flughafen mit 4 Bahnen" auf www.swr.de heißt es dazu: „Damit zu Stoßzeiten die Maschinen hintereinander aufgereiht ihre Höhe halten können, müssen sie eventuell die Klappen ausfahren und zusätzlich Gas geben. Dabei fliegen sie sehr langsam, verbrauchen viel Sprit und sind laut! 
Selbst Berufspiloten sagen, dass sich der Fluglärm bei Ostwindwetterlagen unter Umständen verdoppelt ! Die Kurstadt Bad Kreuznach könnte schon mal ihr „Kur" streichen.“

Was erwartet uns also in Zukunft ganz konkret durch die vorgesehenen Planungen der Deutschen Flugsicherung ?
- Die Anzahl der Anflüge wird von 84 Landungen pro Stunde auf 126 Landungen pro Stunde ansteigen.
- Die Überflughöhe in unserem Gebiet wird von 4500 auf 3500 Fuß sinken.
- Durch die drastische Zunahme des Flugverkehrs in einer Höhe von kaum mehr als 1000 m wird der Fluglärm exponentiell ansteigen.

Werden die Planungen der Deutschen Flugsicherung umgesetzt, drohen demnach ab Oktober 2011 gravierende negative Folgen für den Kreuznacher Raum, besonders für die Kurstädte Bad Kreuznach, Bad Münster und Bad Sobernheim:

1. Die Gesundheit der hier lebenden Bevölkerung wird mutwillig gefährdet. Zahlreiche Studien zu den Auswirkungen von Fluglärm bestätigen das.
Mediziner und Psychologen bescheinigen seit Jahren schwerwiegende gesundheitliche Beeinträchtigungen durch Fluglärm wie dauerhafte körperliche und psychische Anspannungen, Schlafstörungen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Störungen der Arbeits- Konzentrations- Lern- und Gedächtnisleistung.

2. Lebensqualität geht verloren. Bad Kreuznach, Bad Münster und Bad Sobernheim verlieren ihre Attraktivität für Menschen, die hier als Touristen vor allem Ruhe und Erholung suchen und für solche, die in unserer Region neue Mitbürger werden und sich hier langfristig ansiedeln wollen.

Ein Beispiel: 
Gute Freunde von uns berichten seit vielen Jahren von dem zunehmenden Fluglärm über Mainz, dem sie entfliehen wollten. Sie ließen sich von uns davon überzeugen, in die ruhige Naheregion zu kommen und unterschrieben Mitte 2010 schließlich den Kaufvertrag für ein Grundstück in Bad Kreuznach.
Kürzlich teilten sie uns mit, dass sie wegen ihrer Entscheidung sehr verunsichert seien. Durch die grundlegende Neustrukturierung der Flugrouten sei jetzt vor allem in Bad Kreuznach und Bad Münster mit erheblichem Fluglärm zu rechnen, den sie mit ihrem Umzug ja vermeiden wollten. 
Wenn das alles wirklich so eintreffe, würden sie überlegen, das Grundstück wieder zu verkaufen.

3. Patienten und Kurgäste finden hier nicht mehr die notwendigen Bedingungen vor, um schnell zu gesunden. Die Anerkennung als Kurorte mit Badtitel droht verloren zu gehen, weil permanenter Fluglärm nicht mit einer Kurstadt vereinbar ist.
Gerade das, was unsere Kurstädte an der Nahe mit ihren vielen Therapieeinrichtungen, Reha- und Kurkliniken bisher besonders auszeichnete und zum positiven Image beitrug - Ruhe, Entspannung, Erholung, Gesundung in unserer Region zu finden - ist nicht mehr gewährleistet.

Verlust des positiven Renommees, weniger Touristen, weniger Kurgäste und weniger Ansiedlung bedeuten Umsatzrückgang und damit eine Schwächung der Wirtschaft in der Kreuznacher Region, die ja die Landesregierung durch verschiedene Maßnahmen wie Unterstützung eines „Gesundheitsparks Salinental“ eigentlich stärken wollte.

Wie kann es angehen, dass unsere „Gesundheitsregion“ und Kurstädte wie Bad Kreuznach, Bad Münster und Bad Sobernheim, die 70 km vom Frankfurter Flughafen entfernt liegen, zum Anflugpunkt für Frankfurter Jets werden ?
Warum sollen wir in Kauf nehmen, dass sich der Fluglärm immer mehr über die Fläche bis zu uns ausweitet mit all den negativen Konsequenzen, wenn es durchaus alternative Lösungen gibt. Nach Ansicht von Experten - Berufspiloten und auch Lotsen vor Ort - wäre die Ausweitung und Absenkung der neuen Flugrouten durchaus vermeidbar !! 
Ein entsprechender Lösungsvorschlag wird unter anderem auch in dem Artikel "Der neue Frankfurter Flughafen mit 4 Bahnen" skizziert.
In Flughäfen mit einem vergleichbaren Verkehrsaufkommen wie London, Paris und Madrid existieren Anflugverfahren mit weniger bevölkerungsbelastenden Auswirkungen.
Die Deutsche Flugsicherung hat solche Alternativen aber anscheinend gar nicht erst in Betracht gezogen.
Anfragen und Forderungen gegen einen Fluglärmzuwachs von Abgeordneten und Parteien aus Rheinland-Pfalz, das von den neuen Flugrouten am stärksten betroffen ist, blieben bisher ohne konkrete Fortschritte in eine positive Richtung. Mittlerweile hat das Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung mit Sitz in Langen (Hessen) die neuen tiefen Anflugrouten über die Naheregion genehmigt.

Wenn auch Sie, liebe Nachbarn und Mitbürger, sich angesprochen fühlen und verhindern wollen, dass demnächst aus unserer bislang beschaulichen Heimatregion ein Anflugpunkt für Frankfurter Jets wird, dann sollten Sie sich aktiv für die Durchsetzung alternativer Lösungen einsetzen.

Was kann also jeder einzelne von uns tun?
Wenn Ihnen ebenfalls wichtig ist, dass unsere Erholungsregion ihre Vorzüge behält, dann sprechen Sie doch bitte die verantwortlichen Bürgermeister und die Politiker an, die Sie kennen und fragen Sie nach, was sie persönlich ganz konkret dafür tun, um gegen den zunehmenden Fluglärm vorzugehen und sich für alternative Lösungen stark zu machen. Setzen sich unsere Kommunal-und Landespolitiker mit der erforderlichen Beharrlichkeit und Energie gegen die neuen Flugroutenpläne und für den Erhalt des positiven Images unserer Heimatregion ein?
Auch die Vertreter der Presse sind wichtige Ansprechpartner und können die Problematik immer wieder thematisieren.

Fühlen Sie sich deshalb persönlich angesprochen und helfen Sie mit.
Damit unsere schöne Naheregion für die hier lebenden und die hier Ruhe, Erholung und Gesundheit suchenden Menschen lebens- und liebenswert bleibt, sollten wir alle gemeinsam an einem Strang ziehen und die bevorstehende Umsetzung der Flugroutenpläne mit vereinten Kräften verhindern.

Mit herzlichem Gruß 

Helga Lang           

30.1. 2011, Bad Münster am Stein-Ebernburg

aktualisiert am 2. 5. 2011

Flugblatt des Aktionsbündnisses Naheregion gegen Fluglärm

 


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